Rassismus in der freien Wissenschaftspresse

Jeden Tag lese ich Wissenschaftsmeldungen. U.a. gibt es dafür Googlenews-ähnliche Suchmaschinen, z.B. esciencenews.com, die – wenn ich mich richtig erinnere – vor ein paar Monaten von kanadischen Studenten programmiert wurde.


Jetzt sind ja Kanadier-Witze in den USA ähnlich populär wie hier Blondinen-Witze und meistens auch auf dem gleichen Niveau:

What do urine samples and Canadian beer have in common?
The taste.

Für wirklich weiter Interessierte empfehle ich an dieser Stelle Seiten wie Canadian Jokes, die auch eben genanntes Beispiel beinhalten.

Zurück zum Thema: so langsam erahne ich, warum die sonst nicht nur für ihren Intellekt berühmten Amerikaner, hier erfolgreich ihre Zielgruppe gefunden haben. Denn nicht nur, dass anscheinend nicht alles was Kanadier machen Hand und Fuß hat, nein es werden anscheinend auch nur Schwarz-Weiß-Fetische bedient.
So bietet mir die “Suchmaschine” in den letzten 2 Tagen u.a. die drei folgenden Meldungen an:

“Black girls who use marijuana engage in riskier sex, have higher STD rate”
“Black girls who abuse alcohol less likely to use condoms”
“Gender and culturally tailored interventions help curb STDs in black girls”

Stellt sich spontan die Frage, was ist denn mit den “white girls”? Dazu findet sich leider kein einziger Eintrag – nicht einmal wenn man die ‘Suche-Funktion’ zu Hilfe nimmt. Haben die keine STDs (sexually transmitted diseases)? Nicht mal, nachdem die USA gerade ihre HIV-infektionsrate um 40% (!) korrigieren mussten? Nach oben selbstverständlich…

Wahrscheinlich sind tatsächlich nur “…schwule und bisexuelle Männer sowie Afro-Amerikaner von HIV betroffen” (Quelle: s. gerade zuvor gelinktes Machwerk der SZ). Weswegen die Diskussion um eine steigende HIV-Infektionsrate bei uns ja auch kaum beachtet wird. Es hat sich anscheinend nicht nur eine “Kondommüdigkeit” eingestellt. Schließlich gibt’s in Deutschland ja nicht so viele Leute, die sich ständig in Darkrooms von N****rn in den A***h f****n lassen.
Erst recht nicht in einem Weltbild, in dem es ordentlich getrennt, weiße und schwarze Mädels gibt. Und weil weiße Mädchen ja höchstens mal Syphillis haben, eine Krankheit, die ja in Deutschland – wie in Europa, wieder auf dem Vormarsch ist, sich das aber prima therapieren lässt, wayne…

Zumal in manchen Gegenden die (dann logische) Prävention ja funktioniert, so lange der Staat nicht wieder aus fadenscheinigen Gründen interveniert. Schlecht höchstens, wenn die bürgerliche Ordnung dann trotzdem einmal durcheinander gerät.

Aber fairerweise: In den zuerst aufgeführten Artikeln ging es ja auch gar nicht dirket um Aids. Oder HIV. Sondern nur um das Sexualverhalten dahinter. Was differenziert auf einer Fachkonferenz diskutiert wurde. Aber entweder sachlich verkauft sich – auch in der freien Wissenschaftspresse – nicht mehr so gut. Oder es ist halt doch wie der Noblepreisträger für Medizin (und genetisch geschulte Entdecker der Doppel-Helix-Struktur der DNA) James Watson zum Thema Schwarze sagte: “all our social policies are based on the fact that their intelligence is the same as ours – whereas all the testing says not really.” (Quelle: Die Sunday times oder wahlweise die deutsche Nachfolgemeldung)

Und deswegen müssen wir klugen Weißen natürlich gucken, was die dummen Schwarzen wohl anders machen als wir – schließlich gibt’s die höchsten Infektionsraten und meisten STD-leidenden bzw. Toten ja immer noch auf deren Kontinent.

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