Schmidt, Lafontaine und Godwin’s law
Die Linkspartei schafft es regelmäßig Mittelpunkt einer Debatte zu sein, selbst wenn sie gar nichts getan hat. Sie ist für die “althergebrachten Parteien” (zu denen sich wohl auch die ach so alten Grünen zählen) ein hervorragendes Feindbild und man kann immer wieder wunderbar auf sie einprügeln. So lange das sachlich erfolgt, mag das zwar etwas stillos sein, zeugt aber wenigstens von einer Auseinandersetzung mit dieser keinesfalls unbeachtlichen politischen Strömung. Für den Zuschauer – sei er für oder gegen die Linke – wird das aber wohl auf Dauer auch ermüdend.
Altkanzler Schmidt hat – folgt man Godwins’s law – jetzt zumindest die Möglichkeit für einen Schlußstrich unter die Diskussion gezogen.
Auch Adolf Nazi war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch.
Wer derartige Vergleiche heranzieht, der muss sich tatsächlich nicht mehr wundern, wenn man seine geistigen Ergüsse in Zukunft nicht mehr ernst nimmt. Üblicherweise zeugt ein Hitlervergleich nur davon, dass man keinerlei sachliche Argumente mehr aufbieten kann und beendet die inhaltliche Diskussion damit auch. Ich hoffe doch, dass die etablierten Parteien nicht dazu übergehen werden, auf diesem Niveau Wahlkampf zu führen – denn so einiges von diesen Vorwürfen läßt sich problemlos auch auf sie übertragen.
Wenn doch wähle ich die Partei, die am wenigsten unpassende und inhaltlose Vergleiche angebracht hat. Das dürften dann wohl die Autofahrer oder so sein – von denen hört man nämlich eh nichts.