Bombensicher
Dienstag, 10. März 2009 10:33
Die USA unterhalten nicht nur eines der größten Atomwaffenarsenale der Welt, die haben auch immer wieder gerne mal Spaß damit. Im Moment glänzen sie vor allem mit einer Asse II ähnlichen Souveränität. So wurde letzte Woche verkündet, das älteste dokumentierte waffenfähige Plutonium wiedergefunden zu haben – unglücklicherweise in einer einfachen Glasflasche auf einer Mülldeponie (Quelle: ScienceDaily).
Zur Ehrenrettung sei an dieser Stelle noch erwähnt: Die Müllhalde gehörte immerhin zur Hanford Kerforschungsanlage in Washington; das gute Zeug war also nicht völlig frei im Umlauf. Wahrscheinlich deshalb musste jetzt noch einmal nachgelegt werden: Der Plan so genannte Trident-Raketen mit in die Jahre gekommenen W76-Nuklearsprengköpfen aufzuarbeiten, so dass diese auch nach 2020 genutzt werden können, ist bislang gescheitert, weil die Spezialisten leider vergessen haben, wie man einige Komponenten davon baut.
Konkret geht es um das “mysterious but very hazardous material codenamed Fogbank”, zu dessen Herstellung sich die “US National Nuclear Security Administration (NNSA)” leider nicht mehr in der Lage sieht. Dass das Ganze kein Scherz ist, zeigt sich daran, dass die Meldungen entstanden, nachdem eine “US congressional investigation” den Grund feststellen sollte, warum sich das Aufarbeitungsprogramm bereits um ein Jahr verzögert hat und zusätzliche 69 Millionen US-Dollar benötigt (Quelle: The Sunday Herald via /.).
Dabei betont ein Sprecher der NNSA jedoch, dass derzeit nicht nur alle verfügbaren Experten an einer Problemlösung arbeiten, man würde im Moment auch eine Verstärkung der Managementstrukturen vornehmen. Frei übersetzt also ein saloppes: “Sobald hier jemand herausgefunden hat, wie’s geht, gucken wir, dass wir’s nicht wieder vergessen.”
Das dürfte dann auch die Briten beruhigen, die ebenfalls Trident-Raketen mit Nuklearsprengköpfen unterhalten und in deren Aufarbeitung auf die USA angewiesen sind. Immerhin – den britischen Humor haben prominente Köpfe bei dem Thema noch nicht verloren: “”This is like James Bond destroying his instructions as soon as he has read them,” gab “John Ainslie, the co-ordinator of the Scottish Campaign for Nuclear Disarmament” zu Protokoll.
Vielleicht will man aber den großen Bruder auch nicht zu sehr verstimmen, schließlich votierte das britische Parlament im letzten Jahr dafür “a £20bn fleet of new nuclear submarines to carry the missiles” zu bauen (Quelle: The Guardian via /.). Und bevor so eine Investitionssumme sinnlos den Bach runtergeht, reicht es ja auch, wenn sich die Royal Society mit dem harmlosen Vorschlag, dass alle Staaten, die über Nuklearwaffen verfügen, zustimmen sollten, eine Datenbank einzurichten, die “the distinct chemical signatures of such materials” enthält, ins Gespräch bringt, um die USA am Ehrgefühl zu packen.

Dienstag, 10. März 2009 13:11
passend dazu ein angebliches Zitat von Bush:
Wenn die USA jetzt keine Atomwaffen mehr herstellen könnten, haben sie also Chance, endlich eine freie Nation zu werden? Oder sie importieren zukünftig aus Nordkorea, Indien, Pakistan oder Iran.