Der Papst und die Kondome
Dienstag, 17. März 2009 18:56
Der Papst – in den Worten einer großen Boulevardzeitung also WIR – ist derzeit mal wieder auf Bekehrungs Missionierungs Reise und bringt dabei Botschaften in die Welt, auf die diese sicherlich nicht gewartet hat – im Grunde also nichts neues. Auch die nicht grundsätzliche, sondern prinzipielle Ablehnung von Kondomen stellt kaum etwas Neues für dieses selbsternannten geistige Oberhaupte von weit über einer Milliarde Menschen. Damit seine Reise nicht langweilig wird, hat er sich dann eben doch einmal zu etwas Neuem aufraffen können.
“Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln”, erklärte Benedikt an Bord seines Flugzeugs auf dem Weg nach Kamerun. “Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem”, behauptete der Papst.
Quelle: sueddeutsche.de
Nun, eine wirkliche Erklärung dazu gab es kaum. Notker Wolf versucht es dann wenig überzeugend, indem er die Kondome als Diskriminierung der Frau bezeichnet und ausführt, dass man damit ja auch dem Mann zu erkennen geben würde, dass er nun wieder fremdgehen dürfe. Wie unsinnig die Argumentation ist, zeigt sich allerspätestens dann, wenn man eine Vergewaltigung mit in die Konstellation einbezieht – dann wird nämlich die “eheliche Pflicht” zugleich zum Selbstmord. Das will der Vatiken, besser der Papst? Will er denn ehrlich den langsamen und grausamen Selbstmord seiner Anhänger herbeiführen? Ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, doch eine andere Erklärung finde ich ebenfalls nicht.
Sicherlich hat der Papst recht, dass eine Stärkung der Frauenrechte in Afrika erforderlich ist. Aber deswegen den bisher einzigen bekannten Schutz vor einer Infektion und Weitergabe zu verbieten, ist vielleicht doch etwas kurzsichtig. Ich bleibe dabei, so lange die katholische Kirche weiterhin so einen Unsinn brabbelt, werde ich sie nur aufgrund ihrer Macht, nicht aufgrund ihrer Inhalte akzeptieren.
