Transparenz und Datenschutz
Posted in Presse on Januar 12th, 2012 by Malte S. – Be the first to commentEigentlich habe ich schon innerlich gezuckt, als ich diesen Artikel angefangen hatte zu lesen. Der Autor wendet sich u.a. gegen das Verständnis, dass Transparenz Vertrauen schaffe. Der Ansatz klingt logisch und richtig; Vertrauen ist nur erforderlich, wenn ich nicht schon weiß. Nur die daraus gezogene Schlussfolgerung ist falsch. Denn die vom Autoren hergestellte Identität von Wissen und Rezeption unterstellt eine totale Rezeption des Betrachters. Transparenz aber überhaupt mit Rezeption, geschweige denn totaler Rezeption gleich zu setzen, ist falsch. Transparenz will aber keine totale Rezeption eines jeden Betrachters, sondern sie will Rezeptionsmöglichkeit.
Ist dem Betrachter aber bewusst, dass er die von einem Dritten getätigten Behauptungen selbst überprüfen könnte, so ist es dem Betrachter zugleich einfacher möglich, auf die Behauptungen zu vertrauen. Fragen muss man sich natürlich dennoch, wo man Transparenz fordert und wo nicht. Dies kann nur beantwortet werden, indem man sich die einzelne Forderung anschaut – hier vermischt der Autor leider Post-Privacy-Argumentationen und andere Formen der Demokratie.
Innovativ ist der Artikel leider kaum. Er wirft auch keine neuen Überlegungen auf, sondern vermischt Dinge, die keinen inneren Zusammenhang aufweisen und verkürzt seine Argumentation, um die richtige Kritik schreiben zu können.